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Mittwoch, 17. Januar 2018

Triple-Neuheit: Spaghetti mit Miso, Mizuna und Gomasio


*Es ist nur, bis man's hat*, pflegt eine gute Freundin zu sagen. Die Sehnsucht nach Unverbrauchtem, der Reiz der Eroberung, die Gier aus Neugier, die gefühlte Lücke, der offensichtliche Mangel, der Wunsch, etwas zu besitzen - die ganz großen Motive! Nur wir reden hier nicht von den Irrungen und Wirrungen zweier Menschen, die über verschlungene Pfade endlich zusammenfinden... und mit dem Happy End schließt auch der Film oder das Buch. Nein, diese Freudin geht in diesem Moment von einer Packung Buntstifte aus.

Da liegen sie, die Stifte, unterwegs gesehen und man hat sie unbedingt kaufen müssen - und zuhause dann benutzt sie kein Mensch. *Es ist eben nur, bis man's hat.* Nichts leichter, als das beim Shoppen auszublenden - irgendwoher müssen die Fehlkäufe ja kommen. Eine störende Stimme aus dem Off à la *Brauche ich das wirklich, liegt das nachher nicht nur irgendwo rum* verdrängt sich bereits gerne, wenn Malerei-Bedarf die Kindergartenebene ausmacht. Doch es lockt nun mal vieles. *Neuheit* - der Werbung liebstes Wort - grenzt auch nicht das Reich der Kulinarik aus.

Mein Glück ist, dass ich hier nie vorhatte, der Welt große Sensationen oder Ersterscheinungen zu präsentieren. Gartenküche lehnt sich - wie der Name schon besagt - an Garten, Jahreszeiten und Region an. Und an Alltag. Aber ganz gefeit bin ich natürlich auch nicht, wenn um mich rum alles mit den Armen fuchtelt und *Hierhier - das gabs noch nie* ruft. Ich bin ja nicht aus Eis, Beton oder in einer Kaugummi-Blase gefangen. Eben wie im Falle des letzten Buches des Herrn Paul: Meine japanische Küche (tolle Rezension wie immer bei Susanne). Das schlichte Spaghetti-Rezept zog schnell Kreise und verleitete mich, nachzuziehen. Helle Miso-Paste mußte her. Wobei ich (ehrlich gestanden) immer noch nicht verstehe, warum bei *Miso* alles in *Hurra*- Rufe ausbricht und bei *Maggi* dagegen *Du lieber Himmel* murmelt... Mais bon...

Damit ich so richtig auf den Putz hauen kann, habe ich in puncto hauseigene Neuheiten gleich mal zwei Schippen auf das helle Miso obendrauf gehauen. Zum einen mit Mizuna, dem japanischen Senfkohl, der mir passenderweise auf dem Hausmarkt zum ersten Mal ins Auge sprang. Und en plus mit Sesamsalz:  Gomasio - was ich sowieso längst mal ausprobiert haben wollte.

Und jo, Fazit: das kann man wohl mal machen solche Spaghetti, turbofix und gut. Aber wie meinte der Habib:* Wenn man's nicht hat, ist auch nicht schlimm.* Tja, Sensationen gehen anders - es scheint wohl nicht mein Fachgebiet... Nur bin ich jetzt von dem lästigen Gefühl befreit, etwas verpasst zu haben.

Zutaten 4P:

350g Spaghetti
50g Butter
25g helle Miso-Paste*
etwas Nudelwasser
1 Bund Mizuna
4 EL Gomasio*

Zubereitung:

Während die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen, die Butter in einem Topf schmelzen lassen und mit Hilfe eines Schneebesens die Miso-Paste einrühren. Von den Nudeln etwa 100ml des Kochwassers entnehmn und dieses zu der Butter-Miso-Mischung unter stetigem Rühren zuschütten, bis die Sauce cremig aufgeschlagen ist. Den Mizuna eine Minute darin schwenken, dann die Spaghetti direkt abschütten und tropfnass unter die Sauce ziehen. Sofort servieren und mit Gomasio bestreuen.

Gomasio - Sesamsalz:
(das Mischungsverhältniss hängt vom persönlichen Geschmack ab)
7 Teile ungeschälte Sesamsaat - 1 Teil Salz

Sesam in der Pfanne (oder Ofen) so lange rösten und bräunen, bis er sich zwischen den Fingern zerkrümmeln läßt. Faustregel: haben die Körnchen 10x *geknallt* sind sie richtig. Vorsicht: sie dürfen auf keinen Fall verbrennen, sonst entsteht ein unangenehmer Nachgeschmack. Nun Sesam mit Salz im Mörser ohne großen Druck miteinander vermengen. Luftdicht verpackt oder im Kühlschrank ist Gomasio etwa 3-4 Monate haltbar.

*Anmerkung m: wie andere auch, bin ich zu dem Schluß gekommen, dass die Spaghetti einen intensiveren Geschmack - nun fällt endlich das Trendwort *Umami* - erhalten, wenn man die doppelte Portion *Miso* verwendet.


Sonntag, 14. Januar 2018

Beinhart: Bauarbeiter-Kraut-Gratin


Es ist nun kein gehütetes Geheimnis, dass ich auf Männer stehe, die verdreckt und schmutzig von der Arbeit kommen. Und mit Appetit. Also Bärenhunger. Gut, ich höre schon den Chor wie in der griechischen Tragödie meine Gegenposition singen: *Aber die hätten dann Lust auf ein richtiges Bier und ein getötetes Tier und nicht auf ein sportliches Alkoholfreies und ein bißchen Räuchertofu als Ersatz.* So schnell wird man schuldlos schuldig. Zum Glück üben wir in meinem Theater keinen Katastrophenarlam und zudem werden hier immernoch die Stücke aufgeführt, die in erste Linie ich sehen will und von mir geschrieben werden. MEINE Handwerker mögen genau so ein Gratin wie heute SEHR! Yeah, so einfach ist Monarchie: Niemand sitzt höher wie der König! (Bomben-Zitat aus Wald Disney *Robin Hood*). Überhaupt: nix langweiliger als erfüllte Klischees, oder?!

Zugegeben, das Handwerk habe ich anfangs etwas glorifiziert - so direkt nach der Schule als mich die Welt mit ihren Theorien nur so jagen konnte. Und ganz ehrlich: das Praktische tat mir sowas von gut. Ich fing ja völlig bei Null an - mit einem Vater, der nur im Büro saß. Und mit Null meine ich Minus Null (falls ihr mir folgen könnt). Bereits von einem Akku-Schrauber den Bit zu wechseln, war zuviel verlangt. So saß's aus. Eine Schmach sondersgleichen. Wohl dementsprechend verständlich, dass ich fortan mit stolzgeschwelter Brust in meiner Schaffhose durch die Innenstadt stolzierte, um möglichst allen zu demonstrieren, dass ich ab sofort zu dem zupackenden Volk zähle. Und zudem einen Fuchsschwanz von einer Stichsäge unterscheiden kann und falls nötig deren Sägeblätter austauschen.

Bis heute mag ich die schörkellose, direkte Sprache der Handwerker mit Dreck unter den Fingernägeln und Erde an den Schuhsohlen - selbst in den Verben und Adjektiven. Und ich kann gar nicht hoch genug hängen, wie wertvoll beim handwerklichen Arbeiten der Realitätskick ist. Keinerlei Seitenausgänge, keinerlei Ausflüchte und schon gar keine Laberei retten ein missratenes Werkstück. Tat-Sachen, Baby!

Dass deswegen nicht alles glänzt, was goldenen Boden hat, ist auch klar. Nicht alle Handwerker sind zwingend redlich. Gut gepfuscht, ist halb gewonnen. Oder wenn ich nur an den unschönen Gesprächsunfall mit einem herangezogenen Dachdecker denke. Irgendetwas im Mittelteil von *kleine Reperatur an der Dachrinne* schien er nicht richtig verstanden zu haben mit seinem Auftragsbuch in der Hand: keiner redete je von einer KOMPLETTEN Dacherneuerung! Blöd für die Fachkraft, dass der Habib sein Dach aus erster Hand kennt.

Nun, an meinen Eßtisch sind nur die anständigen Handwerker geladen, so wie der meine - einer, der mein Gratin zu schätzen weiß und sich anschließend wohlig das Bäuchlein reibt und den Schaum vom Mund wischt, den ein kräftiger Schluck *Kronenbourg sans alcool* hinterlassen hat! Deftig kann so köstlich sein und dabei ganz unbeschwert im Magen liegen!




Zubereitung 2-3P:

1/2 Weißkohl
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Stange Lauch
100g Räuchertofu
6 halbe, getrocknete Tomaten
200g Ofentomaten
100-150ml Gemüsebrühe
1 Schuß Rotwein
Harissa
1 EL Crème fraîche
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1 TL Oregano
1 TL Thymian
1 TL Paprika-Pulver
1/2 TL Kreuzkümmel
Rapsöl
3 EL Comté, gerieben
3 Kartoffeln, am Vortag gekocht (ca. 500g)

Zubereitung:

Den Ofen auf 190° (Umluft) vorheizen. Den Weißkohl in Rauten von 1-2cm schneiden. Die Weißkohl-Stücke in einer großen Gratinform mit 1-2 EL Rapsöl mischen, salzen, pfeffern und mit Paprika-Pulver, Kreuzkümmel, Thymian und Oregano würzen. Für ca. 25min in den Ofen schieben - dazwischen 2 Mal wenden.

Parallel die Sauce zubereiten. Das (Dunkel)Grüne des Lauchs abschneiden, halbieren und in feine Ringe schneiden. Die Zwiebel und den Knoblauch würfeln, ebenso den Tofu. Die getrockneten Tomaten mit kochendem Wasser übergießen und 5-10min ziehen lassen, dann ebenfalls fein hacken. Die Zwiebel zusammen mit dem Knoblauch, dem Lauch und dem Tofu in wenig Öl anschwitzen. Mit einem Schuß Rotwein ablöschen. Die Ofentomaten zufügen. Die Gemüsebrühe anschütten und mit geschlossenem Deckel bei kleiner Hitze etwa 10min köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Harissa würzig abschmecken.

Die gekochten Kartoffeln schälen und in Würfel von 1-2cm schneiden. Den Käse reiben.

Das Ofenkraut in eine kleinere Gratinform füllen, die Kartoffeln darüber schichten und nun die Sauce gleichmäßig über allem verteilen. Mit Käse bestreuen und für weitere 10min in den heißen Ofen schieben.

Mittwoch, 10. Januar 2018

DUBB: Sugar-Heart-Mischung in Karottenkuchen


Die DUBB-Rezepte verstecken sich gerne in Süßigkeiten - weil wer klug ist, hält sich in der Zuckerbäckerei besser an (gute) Rezepte. DUBBS und Basic-Geschichten passen prinzipiell hervorragend zusammen wie überhaupt und generell Klassiker. So seither meine Erfahrung. Ein Vorsatz übrigens für 2018 ist, dass ich die Foto-Boards wieder auf den aktuellen Stand bringe und dass ich euch ein neues Board einrichte mit DUBB und Blog-Buster-Rezepten. Falls ihr euch letzteres überhaupt wünscht (ob ich vor dieser Arbeit ein Umfrage starten sollte?).

Mein heutiges DUBB-Rezept mußte ich selbst zig-fach wiederholen, um festzustellen, dass es für mich eindeutig zu den DUBBs zählt. Es handelt sich dabei um eine Gewürzmischung, auf die ich immer und immer wieder zurückgreife. Seit dem Schuedi. Der für mich ohne diese Mischung völlig undenkbar wäre. Und den ich übrigens ebenfalls wiederkehrend backe - weil ja Blog-Buster - aber wem erkläre ich das. Bon, jedenfalls wanderte diese Gewürzmischung seither auffallend oft in meine Backwaren: in diesen Streuselkuchen, dieser Apfelkuchen oder diese Schneckchen (um nur die *offiziellen* zu nennen, die mir adhoc einfallen). Vorzugsweise wohl in Streusel und Hefekuchen, oder zu Apfel wie Birne. Also ich könnte euch zahllose Kuchen hier verlinken, die ihr damit pimpen könnt.

Zweifelsohne, meine Mischung bedarf eines Namens - das wurde mir jetzt klar - damit ich ab sofort nicht mehr ausschweifig und umständlich erklären muß. Für mich macht sie den Zucker lieblicher, aufregender und tiefer - so wurde es *Sugar-Heart*. Und mein Herzchen schafft es mit einem kleinen, lässigen Augenaufschlag diesen ohnehin schon köstlichen Karottenkuchen zu adeln. Besser ist nun mal der Feind des Guten.

Zutaten: 

180 g brauner Zucker 
180 g Pflanzenöl
2 EL Crème fraîche
3 Eier
250 g Mehl
(m: 100g davon ersetzt durch 100g Einkorn-Vollkornmehl)
1 TL Backpulver
2 1/2 TL Sugar-Heart-Mischung
1/4 TL Muskatnussblüte, gemahlen
1/2 TL Salz
260 g geriebene Karotten
150 g Walnüsse

Frosting*:
150g Frischkäse
50g Butter
1 EL Crème fraîche
70g Puderzucker
1 Pr Salz
1/2 Orange, die Zesten davon

Zubereitung:

Braunen Zucker, Öl, Eier, Sugar-Heart-Gewürz, Muskat-Blüte, Salz und Crème in einer Schüssel vermengen, bis eine homogener Teig entstanden ist. Mehl und Backpulver nach und nach einsieben und weiterrühren, bis sich die Zutaten gut miteinander vermengen. Karotten gut bürsten und fein raspeln. Die Walnüsse grob hacken und beides zum Teig geben. 

Eine Springform mit Butter einfetten und mit Mehl bestäuben. Den Teig hineinfüllen und den Kuchen bei 180 Grad Umluft im vorgeheizten Backofen für 35 – 40 Minuten backen. Stäbchentest machen. Den Kuchen auskühlen lassen. 

In der Zwischenzeit den Frischkäse mit der Butter zusammen mit einem Mixer cremig aufschlagen und den Puderzucker unterrühren, bis eine glatte Creme entstanden ist. Mit Orangenzesten und etwas Salz abschmecken. Kalt stellen. Wenn der Kuchen ausgekühlt ist, das Frosting in die Mitte geben und vorsichtig kreisförmig nach außen glatt ziehen.

*Anmerkung m: die Frosting-Menge habe ich halbiert - sonst wird mir der Kuchen zu mächtig


Sugar-Heart-Mischung:

2 TL frisch geriebener Zimt
1 Msp Nelke
2 grüne, geöffnete Kardamomkapseln
eine Ecke Sternanis
1 Msp Piment
1 große Msp gemahlener Ingwer

fein gemörsert zusammen mit 1 EL Rohrzucker aus der obigen Zutatenliste

Inspiration: Stylish-Living

Sonntag, 7. Januar 2018

Es könnte...: Blumenkohl-Risotto mit Kidney-Bohnen-Bulette


Neben der Anregung, mich kulinarisch immer wieder neu zu versuchen, dient dieses Blog ebenso dafür, mich meinem Bewußtsein zuliebe im Formulieren zu üben. Wie oft komme ich darauf zurück, wie wertvoll mir unsere Madagaskar-Reise war: keine ging tiefer, keine war mit mehr Konsequenzen, mit mehr Veränderung verbunden. Manchmal gilt es etwas durchzustehen, den Schlammpacour bis zum bitteren Ende zu robben, damit das Licht nachher umso heller strahlt (über dieses Prinzip sprechen wir hier nochmals!).

Nun, eine wirklich wundervolle Rückkopplung von Madagaskar ist mein neues Lebensmotto - ein RIESEN Zugewinn aus tiefer, wahrlich zweifelsfreier Erfahrung heraus. Für mich könnte dieser Spruch, der da lautet: *Es könnte schlimmer sein!*, in allen Glückskeksen und auf sämtlichen Teebeuteln dieser Welt stehen. Häh, denkt ihr jetzt vermutlich, wo soll da der Gag? Tuckt die Alte noch?

Klingt gar nicht mal spektakulär, das stimmt schon. ABER: Kinners, ausprobieren! Selbsttest! Der Effekt ist der Knaller! Ein bombensicherer Stimmungserheller! Beispiel! (nix geht in meine Welt über pars pro toto.) Ihr steht nackisch vorm Ganzkörperspiegel und sagte (oder denkt) in UNERSCHÜTTERLICHER (Muss!) Überzeugung:  *Es könnte schlimmer sein!* Es ist ein Zauberspruch (ob ihrs glaubt oder nich)! Was passiert nämlich?! Hey, die volle Umpolung! Man achtet im selben Augenblick auf alles, was jetzt gar nicht mal so schlecht ist - und zwar anstelle der sonst üblichen *Fehler im Bild*-Sucherei (worauf wir Mädels scheinbar getrimmt sind - gerade in puncto eigener Körperwahrnehmung).

Das Gleiche funktioniert selbstredend ebenso gut angezogen (und warum sollte, was bei mir funktioniert, nicht ebenso bei euch klappen?). Ich zücke mein Motto in allen Lebenslagen: wenn ich ein Haar aus der Suppe ziehe, Erbsen zähle, Seiten- oder Gegenwind verspüre, der Mond ungünstig steht, die Hormone Geisterbahn fahren.. naja, ihr wißt schon... Sprüchlein aufgesagt, Bums, schon zieht die Sonne mit einem selbstzufriedenen Lächeln über mein Gesicht!

Soho, die (selbsterprobte) Lebensberatung gibt es heute als Wort zum Sonntag obendrauf zu einem sehr feinen Teller, den direkt die Kohlenhydrat-Phobiker in ihr Herz schließen werden. Wobei ich die Aufmerksamkeit lieber auf den Gesamtgenuß lenken möchte: köstliche, unkomplizierte Alltagsküche, viel Gemüse und dabei trotzdem nicht der typische Standart. Also da könnte einiges bedeutend schlechter... aber lassen wir das.


Zutaten 2P - 8 Stück:

Bulette:
250g Kidney-Bohnen, gekocht
150g Kichererbsen, gekocht
1 kleine, rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Thymian
Oregano
2 TL körniger Senf
2 TL grüne Tapenade
Chili-Flocken
Gewürzsalz
Pfeffer
1 EL Vollkorn-Mehl
(optional: 100g Räuchertofu)
Rapsöl zum Braten

Blumenkohl-Risotto
1 kleiner Blumenkohl
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 Ziegenfrischkäse (ca. 100-120g)
1 Stich Butter, kalt
2 EL Erdnuss-Öl
ca. 3 EL Gemüsebrühe (evt. mehr)
2 EL Mandel-Blättchen
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln und in ein wenig Rapsöl glasig braten. Thymian und Oregano kurz mitrösten.

Bohnen und Erbsen in eine Schüssel geben und entweder grob zerstampfen oder mit dem Zauberstab grob pürieren. Wer mag, gibt den fein gewürfelten Kräuchertofu noch dazu. Alles sehr pikant abschmecken (gerne etwas überwürzen: das mögen Buletten). 8 Portionen mit feuchten Händen zu Kugeln formen. Eine Pfanne gut erhitzen und die Patties in die heiße Pfanne setzen, dann erst Öl dazu geben - von beiden Seiten etwa 3min braten, bis die Frikadellen Farbe angenommen haben.

Für das *Risotto* den Blumenkohl von seinem Strunk befreien und die Röschen fein hacken. Zwiebel ebenso wie den Knofi fein würfeln.

In einer Pfanne ohne Fett die Mandelblättchen anrösten und zur Seite stellen. Das Öl in der Pfanne schmelzen lassen und bei mittlerer Hitze den gehackten Blumenkohl darin leicht Farbe annehmen lassen - kurz vor Ende Zwiebel und Knoblauch zufügen und so lange mitrösten, bis die Zwiebel glasig ist. Die Brühe zufügen und weitere 2min köchen lassen - der Blumenkohl sollte immernoch etwas Biss behalten.

Dann die kalte Butter und den grob zerbröstelten Ziegenkäe untemischen - das Fett bindet die übrige Flüsigkeit und es entsteht eine cremige Bindung.

Blumenkohl mit Buletten zusammen servieren.



Inspiration Blumenkohl:  Tim Mälzer

Donnerstag, 4. Januar 2018

Mit vollem Schrot ins Neue: malziger Purpur-Wicht mit Walnüssen


Es ist mir durchaus bewußt, dass ich teilweise in einer Parallelwelt lebe. Oder einer anderen Zeitzone. Also für mein Alter. Wie meinte eine Freundin (alleinerziehend, voll berufstätig): das jetzt gerade, dieses wilde Durcheinander, dieser rappeldichte Terminator, das würde man auch die *Rush-Hour des Lebens* nennen. Die Tage sind derart getaktet, dass man immer irgendwie leicht hinterher hinkt und permanent versucht ist, den Blinker links auf die Überholspur zu setzen. Es läuft nicht cremig. Ich nickte - aber deutlich mehr aus Empathie denn wissend.

Tatsächlich kaufe ich mir meinen kleinen Terminkalender nur aus Anhänglichkeit - viel Termine trage ich nicht ein. Zeitdruck? Ähäm was ist das nochmal gleich? Stress? Hetze? Wer ist wo wie verspannt und warum? Aber doch nicht hier mitten auf dem Land. Fast möchte ich behaupten, dass mehr die Jahreszeiten als die Uhr mein Tempo vorgeben. Klingt wie vom hinterm Mond. Oder zumindest außerhalb der Stromversorgung, oder? Es ist schon ein Glück, dass wir finanziell unsere Existenz so irgendwie gebügelt bekommen. Wobei das auch eine Frage der Zufriedenheit ist - wann ist genug genug. Mit wieviel kommt man aus? Was braucht man... Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus - wobei man derlei ruhig mal geistig kreiseln lassen kann.

Vielmehr wurde mir durch Sylvester wieder bewußt, wie Termine einen blockieren können. Vielleicht muß man dafür so raus aus der Materie sein wie ich, ich weiß es nicht. Aber mir schiens wie ein Brett vorm Kopf, als wäre da ein Riegel vor meinen Gedanken. Dieses doofe Sylvester! Da hatte ichs ja erst von: da glaube ich schon lange nicht mehr dran, dass man den Schiet rauschend feiern kann. Oder ebent nicht mit mir. Ich bin eindeutig auf zu vielen schlechten Feierlichkeiten rumgestanden, die sich am Ende alle gleichen: dieses künstliche Runterzählen, diese aufgesetzte Fröhlichkeit, das dabbige Anstoßen mit Sekt - Kinners, das ist nicht meine Party. Weswegen ich diesen Kappes auch wieder formidabel überschlafen habe. Ohne einen Böller und einem einzigen Konfetti. Ganz nach meinem Geschmack also.

Kaum ist dieses Datum rum, schwups, fallen die geistigen Schranken und ich habe das Gefühl, ein weites Feld liegt vor mir. Raus mit dem Pony auf die Wiese! Die Welt gehört mir.

Allerdings haben sich hier mittlerweile Traditionen etabliert. Eine davon ist, das neue Jahr mit einem Brotrezept zu beginnen. Ganz bodenständig. Ich mußte an meinem dunklen Purpur-Wicht etwas rumschrauben. Der erste Versuch gelang mir nicht so locker und saftig, wie ich mir das vorstellte. Ganz als hätte er sich den kapriziösen Dinkel als Vorbild genommen, für den dieses Rezept in seinen Grundzügen von Günther Weber mal konzipiert war. Nun aber kann ich dieses Vollkornbrot der - also meiner - Öffentlichkeit präsentieren und empfehlen. Mit Salzkorn-TÜV-Plakette.


Für 2 Brote in 750g Form (20cm Länge):

Sauerteig - ca. 10-12 Stunden bei 25°
145g Purpur-Weizenschrot, gorb
145g Wasser
30g Weizen-ASG

Brühstück 1 - über Nacht:
100g Einkorn-Flocken
30g Dinkel-Malzflocken
400g Malzbier, kochend

Brühstück 2 - 1 Stunde vorher angesetzt:
100g Walnüsse, geröstet*
250g kochendes Wasser

Hauptteig:
ST,
BST 1 und 2
515g Purpurweizen, fein gemahlen
120g Wasser*
120g Joghurt
8g Hefe
16g Salz
1 TL Koriander, geschrotet
2 EL Walnuss-Öl

Zubereitung:

Den Sauerteig rechtzeitig anstellen zusammen mit Brühstück 1. Die Walnüsse am nächsten Morgen rösten und in einer Schüssel mit kochendem Wasser überbrühen - ca. 30min ziehen lassen, dann ca. 30min abtropfen lassen. Von dem restlichen Brühwasser der Walnüsse 120ml abmessen für den Hauptteig.

Den Hauptteig zur Autolyse ansetzen - dafür alle Zutaten vermengen außer Salz, 30ml des Wassers , dem Öl und den Walnüssen. Kurz verkneten und ca. 30min ruhen lassen.

Nun den Salz zufügen und das restliche Wasser schlückchenweise anschütten und etwa 8min kneten lassen. Kurz vor Ende die Walnüsse zufügen und unterkneten lassen. Den gekneteten Teig ca. 20min ruhen lassen, dann teilen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche länglich wirken und in die vorbereiteten, gefetteten Formen setzen. An einem warmen Ort gehen lassen, bis der Teig die Oberkante der Formen erreicht hat (dauerte bei mir ca. 1 1/2 - 2 Stunden). Vor dem Backen mit dem restlichen Malzbier bestreichen, stippen und einschießen.

Gesamtbackzeit ca. 55min - fallend von 250° auf 200° - die restlichen 5min ohne Form backen. Klopfprobe.