Sonntag, 26. Februar 2017

Drei in einem: russische Zupfkuchen-Muffins mit Beeren

Viel Bewegung an frischer Luft - sprich Gartenarbeit - macht müde. Um die Batterien nachmittags wieder aufzuladen, buk ich uns was Süßes in Portionen: russische Zupfkuchen-Muffins mit Beeren. Die schlagen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: knusprig schokoladig, saftig cremig und frisch beerig. Eine kleine 360°-Drehung der Zuckerbäckerei, die vollen Akku verspricht.

Nur abends könnte ich dann dennoch mit der Sonne ins Bett. Damit mein (gut gepflegter) Biorhythmus nicht völlig aus den Fugen gerät, habe ich mich wach gehalten mit Filmchen schauen in der 3sat-Mediathek. Und siehe da, ich stolperte über eine mir völlig unbekannte Serie: *der Meisterfälscher*. Zweidreivier Teile sah ich mir also an - und fühlte mich gut unterhalten.

Der Fall Beltracci ging ja laut durch die Medien: ein Maler, der den Kunstmarkt über lange Zeit mit (gelungenen) Fälschungen durcheinander wirbelte. Dabei kopierte er nicht einfach Originale, sondern - dafür braucht es mehr Können - malte im Stile verstorbener Maler *verloren geglaubte* neue Bilder. Eine WinWin-Situation für alle: Geldanleger und vorneweg Händler. Erstmal.

Anhand von musealen Jutesack-Inschriften wie diesen könnte man glauben, der Kunstbetrieb hätte keine Probleme, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, aber zu sehr in die Praxis umsetzen darf man es wohl nicht. Gut, gut, Betrug ist Betrug, eine falsche Unterschrift eben Urkundenfälschung. Da beißt die Maus kein Faden ab. Dennoch kam derart ans Licht, dass in diesem hochpreisigen Kunstbetrieb was faulig mufft - und das sehe nicht nur ich so. Ein Tatbestand, den die Szene Beltracci auch nach verbüßter Haftstrafe nachträgt: für nahezu sämtliche deutschen Ausstellungen hat er Hausverbot.

Ihm selbst zuzuschauen, finde ich erheiternd. Ein bißchen Selbstüberschätzung, ein bißchen schräg, dabei wirklich allerfreundlichst mit seiner Frau... Bereits sein Vater war Kirchenmaler, er selbst malt nun seit 50 Jahren - selbst in seiner Zelle hörte er nicht auf - bref: einer, der malen muß. Sein Handwerk durch Kopien alter Meister zu verbessern, ist übrigens keine neue Idee. Darin übten sich schon Altvordere wie etwa der Malerfürst Rubens. Auf die obligaten Promis, die er in dem Format vor der Kamera malt, hätte ich getrost verzichten können. Weil er sie aber stets in dem Stil eines berühmten Malers porträtiert, gibts immernoch eine kleine Prise Kunstgeschichte obendrauf - wie gesagt: mich hat es wach gehalten... Aber mal ehrlich, den Klimt kann er ja gar nich, oder? Dafür gefällt mir sein Dix.
Zutaten 12 Stück:

250g Mehl
1 Pr Salz
125g Butter, weich
25g Kakao-Pu
1/4 TL Kardamom
120g Zucker
30g Quark
kaltes Wasser

350g Quark
100ml Sahne (oder Eierlikör)
60g Rohrzucker (mit Vanille angesetzt)
2 Eier
30g Speisestärke

150g gemischte Beeren, gefroren

Zubereitung:

Die Zutaten für den Schokoteig sorgfältig zu einem homogenen Teig verkneten, in Folie wickeln und 1 Stunde kalt stellen. Währenddessen die Muffinsform gut buttern.

Dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig auswellen und  mit einem Ausstecher von etwa 9cm Kreise ausstechen. Damit die Mulden füllen. Einen Restteig sollte zum späteren Dekorieren bleiben - bei mir etwa 15g pro Muffin.

Die Muffinsform kurz in die Tiefkühle stellen.

Den Ofen auf 180° OU-Hitze vorheizen.

Die Quarkfüllung vorbereiten: dafür sämtliche Zutaten miteinander verquirlen: Quark, Sahne (oder Eierlikör), Zucker, Eier und Speisestärke. Die Füllung auf die 12 vorbereiteten Muffins verteilen - am besten mit Hilfe einer Schöpfkelle. Die Beeren ebenfalls auf die Muffins verteilen, sowie den restlichen Schokoteig.

Für ca. 40min backen - gegebenfalls gen Ende abdecken, damit sie von oben nicht zu dunkel werden.

Aus dem Ofen nehmen, für etwa 15min abkühlen lassen, dann vorsichtig auf den Muffinformen rausholen und auf einem Kuchengitter komplett abkühlen lassen.

Freitag, 24. Februar 2017

My baby's got sauce - Veggie-Bratensauce

Auf dem Weg dazu, sich mehr und mehr fleischlos zu ernähren, ist einer der unumgänglichen Schritte den Speck rauszukürzen. Eine Zutat, die mir in meiner vegetarischen Küche so gar nicht mehr fehlt. Worauf ich aber ab und an regelrecht juchtig bin - gerne dann, wenn es draußen ungemütlich ist - das sind diese abgründigen Bratensaucen, die lange vor sich im Ofen hingeschmurgeln durften. Hach, la sauce... mir schon immer VIEL wichtiger als das Stück Fleisch darin.

Gut, Kinners, wir fangen die leidige Diskussion nicht wieder an. Natürlich schmeckt diese vegetarische Bratensauce NICHT wie ihr Fleisches-Bruder. Aber ich bin ganz und gar begeistert!! Für mich ist das eine neue Waffe in meinem Veggie-Arsenal:  eine Bombe von Umami-Explosion! Ich werde in Zukunft immer eine Portion in der Tiefkühle griffbereit haben. Schlauerweise bereitete ich Fuchs direkt die doppelte Portion zu. Wirklich, ein neuer Stern am Veggie-Fond-Himmel! Hach, und mir fallen so viele Gerichte ein, denen eben genau dieses Umami-Widerlager seither gefehlt hatte. Ich kann euch versprechen, diese Sauce wird euch hier nun noch öfters begegnen.

Wie gut, dass ich mich auf Stefanie verlassen habe, die vor mir nachzog und das Rezept von Eva aufgriff. Eva hat völlig recht, nichts weniger als *der perfekte Veggie-Jus*! Eines der Lieblingsgerichte meines Habibs - Kartoffelknödel - werden dadurch allerköstlichst gepimpt. Die gerösteten Brotwürfel als Füllung braucht übrigens kein Mensch. Wir waren uns beide einig, dass die klassischen Kartoffelknödel mit Petersilie schlicht besser sind.

Und das passende Lied habe ich euch obendrein dazu rausgesucht... Service-Blog, eben...
Zutat - Bratensauce: 
2-3 Portionen à 2P

2 Gemüsezwiebelen
2 große Möhren
1/2 Knollen-Sellerie
2 Knoblauchzehe
1 Petersilienwurzel
700 g Rotwein
250 g Portwein
1 Lorbeerblatt
1 Zweig Rosmarin
2 EL Tomatenmark
2 EL Balsamico-Reduktion
2 TL Teriyaki
2 TL braunes Miso
ein paar Stückchen kalte Butter
Sonnenblumenöl 
Salz, Pfeffer
(optional zusätzlich 1 TL Pilzpulver
oder ca. 6 Shiitakepilze)

Zubereitung:

Das Gemüse fein würfeln und im Bräter in etwas Sonnenblumenöl geduldig braten und leicht Farbe annehmen lassen. Mit Rotwein und Port ablöschen und alles für 90 min bei 190°C im Backofen garen lassen - wer mag auch etwas länger. Zwischendurch eventuell etwas zusätzliches Wasser angießen.

Die Flüssigkeit durch ein Sieb schütten und gut ausdrücken. Die Flüssigkeit auf dem Herd auf etwa 100-75ml zusammen mit den frischen Kräutern und dem Pilzpulver einreduzieren lassen. Tomatenmark, Balsamico-Reduktion, Teriyaki und Miso dazugeben und zu einer homogenen Masse verrühren. Zuletzt mit kalter Butter aufmonieren (m: gebunden mit einer kleinem kleinen Mehl-Wasser-Gemisch, klümpchenfrei verrührt). Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

*Anmerkung m: Bei den Möhrchen handelt es sich um karamellisierte welche...



Dienstag, 21. Februar 2017

Reise durch Persien 1



Reiseberichte wie der von Johannes oder von Jenny und Peter machten mir schon lange Appetit auf Iran. Jaja, ich weiß ja, dass sich Erfahrungen nicht übertragen lassen, aber in DEM Fall hätte ich nichts dagegen gehabt. Rein gar nix.

Auch wir haben während unseres Aufenthaltes die so viel gerühmte, iranische Gastfreundschaft erlebt. Aber - mal ganz ehrlich - es ist schon völliger Quatsch von so etwas wie einer *Willkommenskultur* auszugehen samt einer Bevölkerung, die *Hosianna* ruft, nur weil sie einen Touristen sieht. Blöd, sich so was vorzustellen, oder? Aber hey, man wird ja als Traveller noch träumen dürfen. Außerdem war Winter in Zentral-Iran und der friert auch dort die Finger klamm. Und der Tourismus hat mittlerweile deutlich zugenommen: er ist in Iran zu einem Industriezweig geworden wie überall auf der Welt.

Was uns hauptsächlich entgegen gebracht wurde, war die von der Regierung verordnete *individuelle Begrüßung*. Den immer gleichen Satz *Where are you from?* haben wir, ich weiß nicht wie oft gehört. Begleitet in 99 Prozent der Fälle von völligem Desinteresse für die Antwort. Gerne wurde dann noch ein *Welcome to Iran* dazu geschmissen. Worauf uns als Touri die immer gleiche Reaktion blieb - ebenfalls in aller Schnelle und Beiläufigkeit - nämlich *MerciMerci*, anfangs freundlich bemüht, am Schluß eher lustlos, bzw. gleichfalls mechanisch.

Dazwischen gab es dann die Sternstunden, die *echten Begegnungen*, welche, die unsere Reise dieses Mal sehr bereichert haben. Allerdings nicht nur mit Iranern sondern ebenso mit anderen Travellern. Was mir wirklich IMMER eine Freude ist, wenn sich Augenpaare treffen mit echter Neugier füreinander.

Jeder erlebt seine eigene Reise. Gut veranschaulichen das kleine Geschichten von anderen Individualreisenden. So war ein blondschöpfiges, junges Pärchen aus Dänemark genervt, auf der Straße ständig als Selfie-Stop für Iraner herhalten zu müssen. Unnötig anzumerken, dass uns das, dunkelmähnig wie wir sind, nie passierte.

Ein französischer Endvierziger und passionierte Liege-Tandem-Fahrradfahrer (ich wußte bis dato gar nicht, dass es für mich *komische Hobbys* gibt, die für mich eindeutiges K.O.-Kriterium in der Partnerwahl darstellen.... tsss... Liege-Tandem-Fahrradfahrer...  Tage später lachte ich noch über mich selbst und meine Uarggh-Reaktion darauf....), also dieser alleinreisende Fränzi klagte vorallem über das mangelnde Interesse der Jungtraveller in den Dorms untereinander - somit für ihn. Schlimm! Alle Smartphone-süchtig und plus de vrais routards mehr wie früher...

In Isfahan kreuzten sich unsere Wege mit einem offenen Schweizer und seiner hübschen, thailändischen Freundin (Mittdreißiger). Sie waren bereits den zweiten Monat in Iran und Selberfahrer. Sein Statement lautete so: *Ich habe die Schnauze voll. Vielleicht macht ihr andere Erfahrungen wie wir, aber unsere sind, dass dich hier 80 Prozent der Leute betrügen. Du zahlst mehr, einfach weil du weiß bist. Fünf Jahre habe ich mich auf diese Reise gefreut und jetzt will ich einfach nur noch raus aus dem Land. Unser Problem ist nur: wir erhalten partout kein Visa für Pakistan.*

Oder direkt am ersten Tag nach Ankunft in Tehran frühstückten wir in unserem Guesthouse (das übrigens besser war als auf der Straße schlafen und schlechter als Campen, dafür aber 25Euro für sein nackiges Etagenbett-Zimmer verlangte) zusammen mit einer puppengesichtigen, jungen Chinesin in einem königsblauen Folklore-Mantel, der sie ausgesprochen gut kleidete und der mir später auf dem Bazaar in Shiraz wieder ins Auge stach. Sie meinte in leicht gebrochenem Englisch: *20 days in Iran enough. Be careful with the money. First you think *Oh, really cheap*, then you realize *Oh no, really expensive*. Now I have seen enough mosques. Yet I am travelling to Azerbaidzhan. There they are... - sie bekreuzigt sich - and the accommodations are mutch cheaper...*

Nehme ich unser Fazit vorweg: nahezu sämtliche Vorstellungen, die ich von Iran hatte, stellen sich als Irrtum heraus. Dazu gibts eine kleine Perlenkette an mitgebrachter Beispiele, die meinen Kopf erhellen und bereichern...

Sonntag, 19. Februar 2017

Zeit für ein weiteres DUBB


Ihr dürft den ganzen Erdball nach einer besseren Zutatenliste für eine vegetarische Borschtsch-Suppe absuchen - ihr werdet keine finden! Das war überhaupt eines der allerersten Rezepte, das ich mir abgeschrieben habe WEIT vor meiner Küchenaffinität!  Ich liebe diesen Eintopf und es vergeht kein Winter, in dem ich ihn nicht mehrfach (*Indianerehrenwort*) zubereite. Der macht so ein gutes Bauchgefühl - ihr könnte es euch vermutlich nicht vorstellen... So geht Wohlfühlessen!!! Und zwar direkt für einen großen Tisch hungriger Mitmampfer!

Ihr erinnert euch an mein DUBB? Ihr dürft euch gerne beteiligen und ebenfalls eure ganz persönlichen Lieblingsrezepte unter Vermeidung aller Bescheidenheit - wichtig! - (erneut) vorstellen. Bitte für mich entsprechend als DUBB kennzuzeichnen, damit ich sie nicht verpasse - das kann schließlich keiner wollen...

Freitag, 17. Februar 2017

Kürbislasagne für den Weltfrieden

Mich durch die tägliche Nachrichtenflut wie Herr Buddenbohm zu kämpfen, ist nicht mein Dschungel. Ich bin eindeutig *Team Kalendersprüche*. *Jeder muß alles können* ist das Credo meines Habibs, während ich als jüngere Generation traditionelle Werte hochhalte wie Arbeitsteilung. Für Weltpolitik ist der Mann im Haus zuständig und er somit meine Filter-App.

Nur irgendwie - so dünkt es mir - kommen selbst die größten Abstandshalter gerade nicht wirklich um politische Themen. Hüben wie drüben dieses Jahr Wahlen. Und dann allerortens Trumpomania.  Die Achse des Bösen scheint neu verlegt zu werden und die amerikanische Politik trägt neuerdings das ihr entsprechende Gesicht. Schon komisch, wie immer schwunghaft EIN Thema sämtliche Medien beherrscht, bevor es geschlossen zum nächsten übergeht. Unruhe bleibt die seit längerem beherrschende, kontinuierliche Grundstimmung. Tatsächlich bin auch ich besorgt, wenn mich meine Nachrichtenstelle auf Artikel wie diesen verweist: *Es sieht aus, als würde die Welt sich auf Krieg vorbereiten*. Die Stimmen scheinen sich in dieser Hinsicht zu mehren. Die Zahlen deutscher Rüstungsexporte sprechen zudem eine eindeutige Sprache. Wie kann ich mir eine sachliche Haltung zu solchen Fakten vorstellen? 

Ihr seht mich ratlos. Bekennenderweise bin ich Pazifistin und zwar eine von der orthodoxen Sorte: Krieg ist NIE eine Option. Trost bietet mir mein Gedächtnis (*Team Kalendersprüche) *Viele Menschen ringen um hohe Ideale und überall ist das Leben voller falschem Heldentum, sei du selbst, vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung.* Letzteres würde mir zum Thema *Weltpolitik* wohl schwerlich gelingen.

Und wie ein Erdmännchen, das faulige Witterung aufgenommen hat, husche ich zurück in die Küche, bereit, uns das Leben ein glizzekleines bißchen schöner zu kochen. Und das geht in meinem Universum am allerdirektesten mit frischer Pasta. Dafür nehme ich mir sogar Zeit - die braucht diese Lasagne auch, ebenso wie ich, um den Geruch in der Nase wieder loszuwerden...
Zutaten 4P:

350g Kürbis (m: Butternut)
1 Karotte
1 Zwiebel, fein gewürfelt
2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
2 EL Staudensellerie, fein geschnitten
200g Ofentomaten
70ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
1Pr Zucker
1/2 TL Ras el Hanout
1/4 TL Zimt
1 TL Thymian
Harissa

1 EL Butter
1 EL Mehl
200ml Milch
100ml Gemüsebrühe
50ml Weißwein
5 Blätter Salbei
Salz, Pfeffer
Muskatnuss-Abrieb

80g geriebener Käse (m: Comté)

Lasagne-Blätter:
80g Hartweizenmehl
40g Mehl (m: D630)
1 Ei
1 Eigelb
1 EL Spinatmatte
Salz
1 EL Öl

Zubereitung:

Aus den Zutaten für die Lasagne-Blätter einen homogenen Teig verkneten und diesen eingewickelt ca. 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig schön dünn auswellen und zu 6 Rechtecken schneiden (passend zur Form - m: 15cm x 25cm). In einer breiten, hohen Pfanne reichlich Salzwasser zum Kochen bringen, zwei Backbleche ölen und die Lasagneblätter nacheinander in dem Salzwasser garen , abtropfen lassen und glatt auf den Backblechen ausbreiten.

Die Milch für die Béchamel-Sauce zusammen mit dem Salbei aufwallen lassen, dann bis zur weiteren Verarbeitung mit geschlossenem Deckel ziehen lassen.

Zwiebel und Knoblauch fein würfeln. Den Kürbis, den Sellerie und die Karotte in etwa 1/2cm große Würfel schneiden.  Die Zwiebel in Olivenöl glasig dünsten. Kurz vor Ende Knoblauch und Thymian zufügen und ebenfalls mitrösten. Schließlich das Gemüse unterrühren und ebenfalls kurz mitwenden. Die Ofentomaten sowie die Gemüsebrühe anschütten, mit Zucker, Ras el Hanout und Zimt würzen, salzen, pfeffern und zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 1min köcheln lassen.

Nun die Béchamel zubereiten: dafür die Butter in einem kleinen Topf schmelzen lassen, das Mehl einrühren und etwa 2-3min rösten ohne es Farbe annehmen zu lassen. Milch (ohne Salbeiblätter), Brühe und Wein anschütten, dabei kräftig mit dem Schneebesen rühren, damit keine Klümpchen entstehen und cremig eindicken lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

Den Ofen auf 190° vorheizen.

Eine ofenfeste Form buttern. Zuerst etwa 2 EL Béchamel in die Form geben, dann das erste Lasagneblatt - Gemüse - Béchamel - geriebener Käse - Lasagneblatt uswusf - abschließen mit Lasagneblatt, Béchamel und Käse. Im heißen Ofen ca. 30min backen. Vor dem Anschneiden etwa 5min ruhen lassen.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Backofen-Kartoffelpuffer

Wenn wir unterwegs sind - und wir waren diesen Winter wieder unterwegs - dann spielt Essen eher eine untergeordnete Rolle. Tatsächlich haben wir beide uns die letzten Wochen überwiegend von Suppen ernährt. Und gerne auch Salat. Dazu gab es morgens wie abends völlig ungewöhnlich viel Fladenbrot. Aber dazu komme ich bestimmt noch...

Wieder zurück brauche ich dieses Mal irgendwie ein *Warm up* mit meiner Küche. Ich komme nicht richtig in Schwung. Also fange ich mit altbewährten Rezepten an: backe uns Buletten oder meine geliebte, schnelle Reispfanne. Oder ein schönes Salat-Plus-Essen. 

Die Ofen-Kartoffelpuffer habe ich bei Sandra entdeckt und direkt im Vergleich nachgezogen: mit oder ohne Ei - was schmeckt besser? Nun, die mit Ei werden goldiger im Farbton und etwas saftiger. Wer auf das Ei verzichtet, sollte dafür etwas mehr Öl an die Kartoffeln geben... soweit unser Fazit! Und klar, großes Plus der Ofenvariante: das Frittenbuden-Parfum bleibt einem erspart!
Zutaten 2-3P:
 
700 gr Kartoffeln, mehligkochend
1 Zwiebel
3 EL Haferflocken, fein
1 Ei 
1 EL Kartoffelwasser mit Kartoffelstärke 
3-4 EL Öl, neutral
Salz & Pfeffer
Muskatnuss
2 EL Petersilie, fein gehackt
 
Zubereitung:  
 
Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.
 
Die Kartoffeln schälen, waschen und fein reiben. Die Karoffeln in einem Sieb ausdrücken, das Kartoffelwasser dabei auffangen. Die Zwiebeln schälen und fein würfeln, die Petersilie fein hacken. Kartoffeln mit Zwiebel, Petersilie und Haferflocken mischen. Salzen, pfeffern und mit Muskatnuss würzen

Nun die Masse teilen. Eine Hälfte mit dem Ei vermengen und 1 EL Öl. Für die andere Hälfte das Kartoffelwasser abschütten bis auf etwa einen Eßlöffel und damit die abgesetzte Stärke vom schüsselboden lösen. Die Kartoffelstärke unter die Kartoffelmasse ohne Ei mischen mit 2-3 EL Öl
.
Nun Puffer aus der Masse formen mit Hilfe eines Dessertringes. Beim Verteilen darauf achten, dass die Puffer nicht zu dick werden, etwa 0,5-1 cm. 

Das Blech in den Ofen geben und für 35-40 min., je nach gewünschtem Bräungrad, backen.
 

Donnerstag, 9. Februar 2017

vegetarische Brathähnchenkeule

Mit moränenhaftem Lächeln erwarte ich die Fleischeslustigen, die aus purer Entrüstung ob des Titels hierher klicken. Da sinnse nämlich gerne ein bißle empflindlich, die Carnivoren, das mögen sie nicht. Das weiß ich aus Erfahrung, ob es nun um vegetarische Leberwurst geht oder Veggie-Szegediner-Gulasch-Lasagne oderoder. Bei Fleisch muß Bier schon Bier bleiben. Ich merke fast, wie es den ein oder anderen in den Fingern kribbelt in die Tasten zu hauen: *Was ein Bullshit wieder! Ein Gemüsehuhn ist seither nicht geschlüpft*

Aber das wissen wir ja alle. Und Team Hack hat nun zudem Polit-Prominente Unterstützung, einen Verbraucherschützer des ersten Battalion: Bundesagrarminister Christian Schmidt will demnächst Fleischnamen für vegetarische und vegane Produkte verbieten. Dann ist rum mit groben Späßken! Und niemand wird sich mehr von mir hier durchkitzeln lassen! Was einigermaßen bedauerlich sein wird. Können wir aber trotzdem alle zusammen für witzig befinden, dass das Strudelende aussieht wie eine vegetarische Brathähnchenkeule. Volle, oder?

Geschmeckt hat der feine Krautstrudel mit Paprikasauce übrigens überhaupt nicht nach Federvieh - ja, ich höre ja schon auf - sondern wie ein oberköstlicher Weißkohlstrudel, den ich ganz genauso wieder zubereiten werde. Jedes Mal, wenn ich einen Strudel zubereite, wundere ich mich, wieso ich eigentlich immer ein wenig Muffen vor dem Strudelteigziehen habe. Hält man sich an die Vorgaben der Ösi-Foodie-Kollegen kann gar nichts schief gehen. Die Inspiration zu diesem Gericht ergab sich erneut aus einem bewährten Flipperspiel von missboulette zur Küchenschabe bis zu mir - ein Ballspiel, das noch jedes Mal zum Jackpot-Essen wurde und auf das ich mich mittlerweile blind verlasse!
Zutaten 2P:

Strudelteig*:
150 g Mehl
95 ml warmes Wasser
1 EL Öl
eine Prise Salz
Öl zum Bestreichen
Mehl zum Bestauben
Butter zum Bestreichen

600g Weißkohl
Salz
1 Zwiebel, fein gehackt
1/2 TL Zucker
1 TL Paprika, edelsüß
1/2 TL Kreuzkümmel
2 TL Thymian
Piment d'Espelette
Pfeffer und Muskat
100 g Sauerrahm
ca. 120ml Gemüsebrühe

Paprika-Sauce nach diesem Rezept

Zubereitung:

Mehl mit Salz, Öl und nach und nach mit dem warmem Wasser verkneten. Den Teig mit Öl bestreichen und zugedeckt eine halbe Stunde rasten lassen.

Das Kraut in feine Streifen schneiden. Kräftig salzen und mit den Händen durchkneten. Eine Stunde ziehen lassen (m: deutlich kürzer).

Die Zwiebel in etwas Butter anschwitzen und glasig braten. Das Kraut gut ausdrücken und unterrühren, ebenso sämtliche Gewürze (ohne die Crème fraîche). Ungefähr 20 Minuten weich dünsten, nochmals abschmecken. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Jetzt mit dem Teig zum größten Tisch in der Wohnung gehen. Ein großes Leintuch auf der Tischfläche ausbreiten, mit Mehl anstäuben, den Teig ebenfalls anstäuben und gleichmäßig ausrollen. Mit flüssiger Butter bestreichen, zugedeckt einige Minuten rasten lassen. Nun mit beiden Handrücken unter den Teig greifen und den Teig ganz vorsichtig gleichmäßig ausziehen (so dünn, dass man eine Zeitung drunter lesen könnte). Die Ränder abschneiden. 

Den Teig mit etwas Öl bepinseln. Die Füllung darauf verteilen, dann den Sauerrahm darüber verstreichen. Den Strudel vorsichtig einrollen und in eine passende Form legen. Mit etwas Brühe bei 200 Grad ungefähr 40 Minuten backen. Ab und zu mit Suppe übergießen und goldbraun backen lassen.

Parallel die Paprikasauce wie hier beschrieben zubereiten. Zusammen mit dem Strudel servieren!

*Anmerkung m: Den Strudelteig extra deutlich erhöht - das nimmt komplett irgendwelchen Stress beim Ausziehen!
Inspiration: Uschi aka Küchenschabe
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